Am 25.11.2006 fand auf Anregung der Initiative "Heinersdorf, öffne Dich" eine Zukunftswerkstatt für Heinersdorfer Bürger und Bürgerinnen statt, die vom Mobilen Beratungsteam "Ostkreuz" der Stiftung SPI organisiert und durchgeführt wurde.

Teilgenommen haben sowohl Einzelpersonen als auch Vertreter/innen verschiedener Heinersdorfer Initiativen, um gemeinsam über Heinersdorf nachzudenken und Ideen und Visionen für den Ortsteil zu entwickeln.

Um 9 Uhr wurde mit einem kleinen Frühstück begonnen, das vorab von den Veranstaltern vorbereitet wurde. Um 10 Uhr war der offizielle Beginn.

Die Moderatoren stellten zunächst die Methode der Zukunftswerkstatt und Ziele für den Vormittag vor und benannten die zentrale Fragestellung der Zukunftswerkstatt: Wie kann Heinersdorf attraktiv(er) und lebenswert(er) gestaltet werden?

In einer ersten Kritikphase hatten die Teilnehmer/innen dann die Möglichkeit, in einem Mind-Map festzuhalten, was ihnen an Heinersdorf nicht gefällt und welche Entwicklungen – positiver wie negativer Natur – zukünftig auf Heinersdorf zukommen. Es kristallisierten sich einige Punkte heraus, die mit der fehlenden Infrastruktur und der mangelhaften Stadtentwicklungsplanung zu tun hatten.

In der Priorisierungsphase wurden insbesondere das fehlende Gesamtkonzept in der Stadt- und Umweltplanung, Defizite in der Infrastruktur, das Fehlen eines echten Dorf- bzw. Stadtzentrums. Darüber hinaus wurde ein Fehlen von sozialen und kulturellen Treffpunkten und einer Heinersdorfer Identität bemängelt.

Im zweiten Schritt, der Utopiephase, sollten die Teilnehmer/innen in Kleingruppen Geschichten entwickeln, wie sie sich Heinersdorf im Jahr 2020 vorstellen. Anschließend stellten die einzelnen Gruppen dem Plenum Ihre jeweilige Utopie vor.

In einer Auswertungsrunde wurde die Idee einer einheitlichen Struktur für Heinersdorf positiv bewertet, dies beinhaltete u.a. die Etablierung eines ehrenamtlichen Bürgermeisters oder eines Bürgerbeauftragen für Heinersdorf. Der Wunsch nach mehr Selbstbestimmung und Transparenz in der Politik wurde von allen Teilnehmer/innen thematisiert und in diesem Zusammenhang über die Einrichtung eines Bürgerbüros nachgedacht. Der Bürgerbeauftragte könne dabei als Bindeglied zwischen Heinersdorfer Bürger/innen und dem Bezirksamt und der BVV fungieren.

Eine der Visionen bezog sich auf eine Verbesserung des Wohngebietes, indem ein Naherholungsgebiet für Besucher/innen aus den Bezirken Mitte und Prenzlauer Berg geschaffen wird: Heinersdorf als Schnittstelle zwischen Stadt und Land.

Anschließend wurden unter der Fragestellung „Was muss sich verändern in Heinersdorf?“ Ideen für Projekte und gemeinsame Initiativen gesammelt. Danach konnten die Teilnehmer/innen gewichten, welche Ziele besonders relevant für sie persönlich sind Schaffung von verschiedenen Orten der Begegnung, Stadt- bzw. Dorfentwicklung und die Frage der Straßenbahnanbindung.

In einem letzten Schritt ging es um die Übernahme von Verantwortung. Die Teilnehmer/innen konnten sich überlegen, inwieweit sie als Ansprechpartner für ein Projekt zur Verfügung stehen wollten oder schon erste Schritte unternehmen könnten. Erste Aufgaben wurden verteilt, einige Teilnehmer/innen erklärten sich bereit, Kontakt zum Bezirksamt aufzunehmen. Dabei soll geklärt werden, inwieweit Überlegungen oder Konzepte seitens des Bezirksamtes zu einigen aufgeworfenen Fragen bereits existieren.

Insgesamt herrschte Konsens, dass die Zukunftswerkstatt Auftakt zur Weiterentwicklung verschiedener Projektideen sein soll. Bei einem zweiten Treffen Ende Januar oder Mitte Februar sollen die Ergebnisse konkretisiert werden. Deutlich wurde der Wunsch, im kommenden Jahr eine Zukunftskonferenz für Heinersdorf zu organisieren, damit mehr Bürger angesprochen und involviert werden können.