Alte Apotheke gemeinsam nutzen

Berliner Woche Nr. 50, 15.12.2010

Arbeiterwohlfahrt und Zukunftswerkstatt kooperieren im neuen Nachbarschaftshaus

HEINERSDORF. Das neu entstehende Nachbarschaftshaus Alte Apotheke in der Romain-Rolland-Straße 110 wird künftig von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und dem Verein Zukunftswerkstatt Heinersdorf genutzt.

Noch hat die Zukunftswerkstatt Heinersdorf sein Nachbarschaftshaus in der Berliner Straße 5. Die dortigen Räume sind für Veranstaltungen allerdings häufig zu klein. Der Vermieter, die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gesobau, bot dem Verein als Alternative die leer stehende Alte Apotheke an. Ihre Räume befinden sich genau gegenüber vom Bolzund Spielplatz, den der Verein in Arbeitseinsätzen und mit Spenden auf Vordermann gebracht hatte, und an der Endhaltestelle der Straßenbahnlinie M 2. Nicht weit entfernt von der Alten Apotheke gibt es die "Quasselstube", der Treffpunkt der Heinersdorfer AWOAbteilung. Dort hat auch die AWO-Kreisgeschäftsstelle ihren Sitz. Das Bezirksamt fördert sowohl die AWO-Einrichtung als auch Aktivitäten des Vereins Zukunftswerkstatt Heinersdorf. Bereits im Mai wurden erste Gespräche über eine Kooperation von AWO und Bürgerverein geführt. Denn dem Bezirksamt stehen auch 2011 wieder weniger Mittel für soziale Projekte zur Verfügung. Darum ist man nicht bereit, zwei Einrichtungen in unmittelbarer Nachbarschaft zu finanzieren. Geld gibt es nur noch für eine.

Die Mitglieder der AWO und der Zukunftswerkstatt mussten erst einmal schlucken. Beiden Partnern war klar, dass es keine Alternative geben würde. Inzwischen haben sie eine Kooperationsvereinbarung zur Nutzung des Nachbarschaftshauses Alte Apotheke abgeschlossen. Einige der Räume an der Romain-Rolland-Straße 110 sind schon fast fertig ausgebaut. Vor allem im großen Veranstaltungsraum ist aber noch einiges zu tun. "Wir bekamen neue Brandschutzauflagen. Die müssen wir jetzt erst einmal in die Bauplanung einarbeiten", erklärt Silke Ihden-Rothkirch von der Zukunftswerkstatt Heinersdorf, die den Ausbau des Nachbarschaftshauses federführend übernommen hat. Bei der Einrichtung der Küche sprechen sich indes AWO und Bürgerverein ab. Auch dass der Ausbau der zwei Etagen und des Kellergeschosses behindertengerecht erfolgt, darin sind sich beide Partner einig.

Wenn es keine weiteren Komplikationen geben sollte, wird das Nachbarschaftshaus voraussichtlich im März eröffnen. Vor allem für die Besucher der AWO-"Quasselstube" heißt es dann, sich ein wenig umzustellen. "Unsere Einrichtung war die erste der AWO, die nach dem Fall der Mauer im Ostteil der Stadt eröffnete", sagt der Heinersdorfer AWO-Abteilungsvorsitzende Claus Foerster. "Aber die gemeinsame Nutzung der Alten Apotheke ist sinnvoll. Unsere Veranstaltungen für Senioren finden in der Regel vormittags statt, die Zukunftswerkstatt nutzt die Räume zumeist nachmittags. Und schließlich ist es doch auch zu begrüßen, wenn sich unterschiedliche Generationen in einem Haus begegnen und gemeinsam etwas unternehmen." Ganz nebenbei können sich die beiden Partner nach der Eröffnung des Nachbarschaftshauses auch rühmen, das erste Kooperationsprojekt dieser Art im Bezirk Pankow zu sein. BW

Weitere Infos zum Nachbarschaftshaus unter www.zukunftswerkstatt-heinersdorf.de.