Flinke Mädchenbeine zaubern auf dem Hallenparkett

Sächsische Zeitung, 16.03.2010

Das Fußball-Turnier der "Street-Soccer-Girls" lockte zur Messe "aktiv+vital" zahlreiche Besucher an den Spielfeldrand

"Platz da!" schallt es lautstark von der kleinen Tribüne. Mitten im Chor sitz die siebenjährige Laura, die ihre Teamkameradinnen in den blauen Trikots anfeuert. "Wir gewinnen heute", meint die kleine Berlinerin zuversichtlich. "Platz da" ist ein Projekt von "MädchenStärken" - ein gemeinsames Programm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und dem Sportartikelhersteller "Nike". Es soll Mädchen und junge Frauen motivieren, sich durch den Sport öffentliche Räume zu erobern, die meist von Jungen besetzt sind. Die Mädels im Alter zwischen sieben und elf Jahren aus Berlin-Heinersdorf gehörten zu den dreizehn Mannschaften, die am vergangenen Sonnabend im Rahmen der Dresdner Messe "aktiv+vital" ein Fußball-Turnier bestritten.

Erster Stadtauswahl-Auftritt

Organisiert wurde es u.a. vom Stadtverband Dresden und den "Street Soccer Girls", einem seit zwei Jahren bestehenden Projekt des Dresdner "Spielmobil Wirbelwind". Projektleiter Thomas Mihan berichtet vom ständig wachsenden Zuspruch einer Sportart, die schon längst nicht mehr nur männlichen Zweibeinern vorbehalten ist. Derzeit kicken etwa 60 Mädchen in acht Grundschulmannschaften, angeleitet von vier Übungsleiterinnen, die zum Teil selbst aktiv dem Ball nachjagen. Einmal wöchentlich treffen sich die weiblichen Ballzauberer in verschiedenen Trainingsgruppen, um Spaß am Fußball zu haben. In jedem Schuljahr finden zudem Turniere, ein Trainingslager in den Herbstferien und viele Aktionen rund um das Thema Mädchenfußball statt. Immerhin etwa 30 Prozent der Mädchen schließen sich im Anschluss an die Zeit als "Street Soccer Girl" den Vereinen in Rähnitz, Johannstadt oder dem Dresdner SC an. Die talentiertesten Kickerinnen aus den Dresdner Grundschulteams bilden seit wenigen Wochen eine Stadtauswahl, die während des Turniers ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte. Gegner war eine Leipziger Stadtauswahl, die nach zweimal 15 Minuten Spielzeit auf dem zehn mal sechs Meter großen Feld mit 23:19 die Nase vorn hatte. Je vier Spielerinnen ohne "offiziellem" Torwart standen auf dem Parkett, ausgewechselt wurde "fliegend". Das Ergebnis war letztlich nebensächlich, der Spaß am Spiel wichtiger und den flinken Balltretern anzusehen. Einmal monatlich treffen sich die "Auswahlmädchen" in der Sachsenwerk-Arena, um ihre Ballkünste zu festigen.

Den Pokal als Turniersieger schnappten sich die Berliner Mädels, auf den Plätzen folgten der Dresdner SC und der SSV Meißen. Die kleine Laura hatte es ja schon zu Beginn geahnt...