Das Programm kommt gut an

Berliner Woche Nr. 4, 27.01.2010

Das Nachbarschaftshaus Heinersdorf zieht nach einem Jahr eine positive Bilanz / Weiterer Ausbau der Angebote geplant

HEINERSDORF. Vor einem Jahr eröffnete der Bürgerverein Zukunftswerkstatt Heinersdorf sein Nachbarschaftshaus in der Berliner Straße 5. In den vergangenen zwölf Monaten hat sich das Projekt zu einem viel besuchten Treff entwickelt. Um das Nachbarschaftshaus einrichten zu können, mietete der Verein eine alte Ladenwohnung an. Die Vereinsmitglieder renovierten diese in ihrer Freizeit und richteten sie ein. „Seither hat sich das Nachbarschaftshaus als generationenübergreifender Familientreff etabliert“, so Sandra Caspers vom Vereinsvorstand. „Unter ehrenamtlicher Leitung werden regelmäßig Eltern- Kind-Treffs wie die Krabbelgruppe, ein Kindercafé oder Keramikkurse angeboten. Außerdem gibt es regelmäßige Sportkurse wie Tanzen, Yoga und Pilates.“ Ganz neu ist ein Malkurs für Erwachsene, der montags um 18 Uhr stattfindet. Sonnabendnachmittag trifft sich außerdem seit Kurzem eine Nordic-Walking-Gruppe am Nachbarschaftshaus. Weil der Verein in seinem Nachbarschaftshaus die Familienförderung großschreibt, wurde er im vergangenen Herbst mit dem „Familienherz“ des Fördervereins der Betriebskrankenkasse VBU und einem Preisgeld von 4000 Euro ausgezeichnet. Dieses Geld floss natürlich in die weitere Ausgestaltung Familienangebote.

Mit dem „Politikstammtisch“ hat die Zukunftswerkstatt außerdem eine feste Veranstaltungsreihe geschaffen, in der Politiker, Fachleute und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu Wort und mit den Heinersdorfern ins Gespräch kommen. Katrin Lompscher (Die Linke), Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz, Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen), Stadtrat für öffentliche Ordnung und Verkehr, Andrea Lathan, Südasienwissenschaftlerin von der Universität Halle- Wittenberg, und Jutta Limbach, die ehemalige Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts, waren beim Politikstammtisch bereits zu Gast.

Das Nachbarschaftshaus wurde bisher ausschließlich ehrenamtlich durch die über 70 Vereinsmitglieder betreut. „Damit das Projekt auch langfristig erhalten werden kann, entschied sich die Zukunftswerkstatt im vergangenen Frühjahr, ein Nachhaltigkeitskonzept zu entwickeln“, berichtet Sandra Caspers. Das 60 Seiten starke Dokument beinhaltet neben der Auswertung einer Fragebogenaktion auch eine Bewertung der notwendigen Arbeitsstunden und eine Ermittlung aller anfallenden Kosten. Das Konzept endet mit der Feststellung, dass ein stabiler, langfristiger Betrieb des Nachbarschaftshauses einer festen Arbeitskraft, finanzieller Unterstützung bei den monatlichen Grundkosten und weiterer Räume bedarf. Erste Schlussfolgerungen hat der Verein daraus bereits gezogen. Zum Jahresbeginn konnte er einen ersten festen Arbeitsvertrag unterzeichnen. Mit der Stelle können demnächst erweiterte Öffnungszeiten und eine bessere Betreuung der Besucher abgesichert werden, freut sich Caspers.