Wie ein Schweizer Käse

Berliner Woche Nr. 20, 16.05.2012

Anwohner Norbert Gehrke hofft auf Reparatur des Wischbergewegs
Heinersdorf. Mit dem Zustand des Wischbergewegs vor seiner Gartentür ist Norbert Gehrke alles andere als zufrieden. „Anfangs war alles noch einigermaßen in Ordnung“, berichtet der 64-jährige Rollstuhlfahrer. Von Jahr zu Jahr ähnelt die Straße immer mehr einem Schweizer Käse. Die Straße war zwar mal ansatzweise mit einer Asphaltschicht befestigt worden, aber inzwischen tun sich überall Schlaglöcher auf. Aber nicht nur der Frost im Winter ist laut Norbert Gehrke schuld. „Es fahren auch immer mehr Lkw über unsere Straße. Darunter sind Baufahrzeuge, für die der Wischbergeweg in unserem Bereich gar nicht ausgelegt ist.“ Zum Frühlingsanfang bemerkte Norbert Gehrke Mitarbeiter einer Baufirma, die einen Teil der Schlaglöcher auffüllten. Leider nicht alle, bedauert er. Der Heinersdorfer wünscht sich, dass der Wischbergeweg endlich mal rundum erneuert wird. „Für mich als Rollstuhlfahrer ist es äußerst beschwerlich, auf dieser Straße mit den vielen Schlaglöchern zu fahren.“ Gehrke berichtet, dass er mit seinem Rollstuhl sogar schon einmal umgekippt ist und ihm Nachbarn beim Wiederaufrichten helfen mussten.
Auf Anfrage bestätigt Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen) den schlechten Zustand der Straße. „Der Wischbergeweg zwischen Axenstraße und Sarner Weg war eigentlich eine unbefestigte Straße. Zur Reduzierung der Staubentwicklung und zur Verhinderung von Schlammbildung wurde sie Mitte der 90er-Jahre provisorisch befestigt“, so der Stadtrat. Diese Befestigung besteht aus preiswertem Asphaltfräsgut, das allerdings eine geringe Haltbarkeit hat. Im Vergleich zum vorherigen Zustand war das schon eine erhebliche Verbesserung. Die Reparatur der sphaltschicht ist leider nur an warmen Sommertagen möglich. Nur dann tritt bei der Verdichtung die gewünschte Verklebung innerhalb des Asphalts auf. In der restlichen Zeit des Jahres können Löcher, an denen es zu Unfällen kommen könnte, nur mit teurem selbstklebendem Kaltasphalt geschlossen werden. Das sind die Arbeiten, die Norbert Gehrke kürzlich beobachtete. Kirchner kann den Anwohnern aber Hoffnung machen: „Eine vollständige Überarbeitung der Straße wird in diesem Sommer erfolgen.“