Toleranz stärken

Berliner Woche Nr. 14, 04.04.2012

Bundesministerium fördert in diesem Jahr Aktionen in Weißensee und Heinersdorf
Weißensee. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend stellt dem Bezirk Pankow in diesem Jahr Fördermittel aus dem Programm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ zur Verfügung. Seit nunmehr fünf Jahren beteiligt sich Pankow an den Toleranz-Programmen des Bundesfamilienministeriums. Bisher konnten Projekte aus dem gesamten Bezirk einen Antrag auf Förderung stellen. Im diesem Jahr sollen explizit Projekte in Weißensee und Heinersdorf gefördert werden. Beide Ortsteile machten in den vergangenen Jahren über die Grenzen des Bezirks hinaus Schlagzeilen. In Heinersdorf betraf das vor allem die Ereignisse um den Bau der Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde an der Tiniusstraße. Rechtsextreme Parteien nutzten die Planungen und den Bau der Moschee für ihre Propaganda. In Weißensee machen Bürger indes aktuell gegen den neuen Laden in der Berliner Straße 11 mobil, in dem Bekleidung der Marke Thor Steinar verkauft wird. Sie befürchten, dass dieser zu einem Anziehungspunkt für die rechtsextreme Szene wird. Um Aktionen zu unterstützen, die das tolerante Miteinander in Weißensee und Heinersdorf fördern, stellt das Bundesministerium nun Projektmittel für die beiden Ortsteile zur Verfügung. Eines dieser Projekte ist im Frei-Zeit-Haus Weißensee angesiedelt. „Wir bekamen 6000 Euro, mit denen wir Kleinprojekte in beiden Ortsteilen fördern können“, sagt Simone Schüppler, die das Projekt im Frei-Zeit-Haus koordiniert. Um eine Förderung können sich Einrichtungen und Initiativen bewerben, die im Sinne eines toleranten Miteinanders etwas auf die Beine stellen möchten, denen aber noch eine kleine finanzielle Unterstützung fehlt. Das können zum Beispiel Schüler sein, die an einer Ausstellung zum Thema Toleranz arbeiten, oder Initiativen, die ein interkulturelles Fest vorbereiten. Diese können sich direkt an das Frei-Zeit-Haus Weißensee in der Pistoriusstraße 23, Tel. 92 79 94 63, wenden und dort formlos einen Förderantrag stellen. Welche Projekte gefördert werden, darüber wird eine Jury befinden. In dieser können Menschen aus allen Generationen mitmachen. Für diese Jury werden noch Weißenseer und Heinersdorfer gesucht, die sich ebenfalls im Frei-Zeit-Haus melden können.