Projekt "Pankower-Tor"

rbb aktuell, 11.1.2014

Investor Krieger darf in Pankow Einkaufszentrum bauen 

Der Chef der Möbelhauskette Höffner, Kurt Krieger, will aus dem ehemaligen Güterbahnhof in Pankow ein neues Stadtviertel machen - aber nur, wenn er neben Wohnungen auch ein großes Einkaufszentrum bauen darf. Senat und Bezirk waren lange dagegen, doch nun scheint es eine Einigung zu gegeben.

Der Berliner Senat hat mit dem Bezirk Pankow und dem Möbelunternehmer Kurt Krieger offenbar eine Einigung für die Entwicklung und Bebauung des ehemaligen Güterbahnhofs Pankow gefunden. Zu diesem Ergebnis ist nach Informationen des rbb das nun abgeschlossene Prüfungsverfahren mit Bezirk, Senatsverwaltung und Unternehmer gekommen.

Streitgegenstand war zuletzt ein von Krieger geplantes Einkaufszentrum: Der Bezirk wollte es kleiner bauen lassen, der Investor größer. Bei einem gemeisamen Prüfverfahren aller Akteure hat sich Krieger nun offenbar durchgesetzt und die Unterstützung der Politik erhalten.
Der Inhaber der Möbelkette Höffner will auf dem Areal des ehemaligen Rangierbahnhofs etwa 400 Millionen Euro investieren. Diese hohe Summe scheint Senatsverwaltung und Bezirk beeindruckt zu haben. Zwei der Grundstücke will Krieger dem Land zur Verfügung stellen, das darauf Schulen für bis zu 1.800 Kinder errichten kann. Außerdem ist der Bau von mindestens 750 Wohnungen auf der Fläche zwischen dem S-Bahnhof Pankow-Heinersdorf und Pankow geplant.

Ein Drittel der Wohnungen soll zum Mietpreis von 5,50 Euro pro Quadratmeter angeboten werden. Auf dem Gelände des Projekts "Pankower Tor" soll ebenfalls ein von Krieger betriebenes Möbelhaus, sowie das Einkaufzentrum eröffnen - Zugeständnisse die die Stadt und der Bezirk Krieger nun wohl machen wollen. Für die Gebäude und einen neuen Stadtplatz soll es städtebauliche Wettbewerbe geben. Sinnvoll sei zudem eine erweiterte Linienführung der Straßenbahn.

Grüne befürchten Verdrängung durch Einkaufszentrum
Pankows Stadtrat für Stadtentwicklung, Jens-Holger Kirchner (Grüne), ist allerdings skeptisch: „Das Einkaufszentrum wird so groß wie das Alexa. Das hat Auswirkungen für den ganzen Nordosten der Stadt", sagte er dem "Tagesspiegel".
Bezirksbürgermeister Matthias Köhne hofft dagegen, dass das Vorhaben umgesetzt wird: "So dicht davor waren wir noch nie. Ich hoffe auf einen Spatenstich bis 2016". Pankow habe das Potenzial für ein weiteres Einkaufszentrum, erklärte er dem "Tagesspiegel".

http://www.rbb-online.de/wirtschaft/beitrag/2014/01/stadtviertel-in-berlin-pankow.html