Weißensee soll leiser werden

Berliner Abendblatt, 15. März 2014

Schallschutz Der Senat hat ein Programm aufgelegt, das lärmmindernde Maßnahmen fördert

Berlin soll leiser werden. Im Rahmen seines Lärmaktionsplanes fördert der Senat nun den Einbau von Schallschutzfenstern und weiteren lärmmindernde Maßnahmen in Wohnungen. Dazu wurde der Lärm der Stadt auf einer Lärmkarte vermessen, auf der jeder Berliner sehen kann, ob sein Haus betroffen ist.

Lärmkarte einsehen. Dort, wo durch Verkehrsplanung oder Schallschutzwände keine Verbesserung mehr erzielt werden kann, können Vermieter eine Förderung durch das Programm beantragen. „Für Wohngebäude an sehr lauten Straßen und Schienenwegen der BVG, an denen in den nächsten Jahren keine aktiven Maßnahmen zur Lärmminderung ergriffen werden können“, heißt es entsprechend in der Senatsmitteilung. Eine Million Euro gibt es insgesamt. All jene Wohnungen kommen infrage, wo die Werte tagsüber mehr als 70 Dezibel erreichen und nachts 60 Dezibel. Gefördert werden Fenster und Türen mit 250 Euro je Quadratmeter Einbaufläche und Lüftungsanlagen. Maximal 6.000 Euro pro Wohnung macht der Senat locker. In Weißensee sind auf der Lärmkarte des Senats zum Beispiel zahlreiche Häuser auf der Berliner Allee, der Buschallee, der Rennbahnstraße und der Langhansstraße verzeichnet. In Karow dagegen gibt es nur wenige Häuser, die die Grenzwerte überschreiten. In Heinersdorf können einige Anwohner rund um die Romain-Rolland-Straße auf eine Förderung hoffen. Ob das eigene Haus durch den Senat als lärmbelastet erfasst wurde, ist im Internet einsehbar. Ausgenommen vom neuen Programm sind allerdings Anwohner an Autobahnen, Schienenwegen und Flughäfen. Für sie kommen laut Senat Bundesprogramme zur Lärmminderung infrage. Rainer Wild vom Berliner Mieterverein begrüßt die Fördermittel. „An den Vermieter heranzutreten, damit der eine Förderung beantragt, macht durchaus Sinn“, empfiehlt der Experte. Seine Idee von einer leiseren Stadt geht allerdings über Schallschutzfenster hinaus. „Was nützen mir bessere Fenster, wenn ich sie trotz Lärm nicht öffnen kann“, fragt Rainer Wild. Daher fordert er Nachtflugverbote und die Ausweitung von nächtlichen Tempo-30-Zonen auf den Berliner Hauptstraßen. alexander wolff
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