Flickenteppich wird saniert

Berliner Abendblatt Nr. 18, 3.5.2014

Verkehr Die A 114 soll endlich erneuert werden – Vollanschluss für Karow kommt später

Von Jahr zu Jahr gleicht sie immer mehr einem Flickenteppich. Doch obwohl täglich bis zu 32.000 Fahrzeuge über die A 114 brausen, wurde seit ihrem Bau nichts Nennenswertes mehr an der Bundesautobahn gemacht. Entsprechend ist die acht Kilometer lange Straße, die abschnittweise von 1973 bis 1982 erbaut wurde, in katastrophalem Zustand. Vor Jahren wurde der Verkehr wegen der vielen Schlaglöcher und unebenen Stellen bereits auf Tempo 80 gedrosselt. Daher ist die jüngste Ankündigung vom Senat für alle Ausflügler und Pendler Richtung Norden eine gute Nachricht: Ab 2016 soll die A 114 endlich saniert werden.

Knackpunkt Buch. Innerhalb von drei Jahren wird die marode Autobahn zwischen Prenzlauer Promenade und Berliner Ring grundhaft erneuert. Es gibt neuen Asphalt für die bestehenden Spuren und die drei Anschlussstellen. Im Zuge der Sanierung soll die A 114 auch auf beiden Seiten Standstreifen erhalten. Zudem setzt die Senatsverwaltung drei Brücken instand. Als Umgehung plant sie eine Ersatzbrücke. Für die wachsenden Ortsteile Karow und Buch mit ihrem steigenden Verkehrsaufkommen brannte dabei noch eine weitere Frage unter den Nägeln: Ob die Anschlussstelle Bucher Straße endlich zur Vollanschlusstelle wird. Den Ausbau fordert auch die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) seit längerem. Die Chance dazu sahen sie im Zuge der Ernerung der A 114 gegeben. Allerdings ließ der Senat wissen, dass der Ausbau nicht in den geplanten Maßnahmen enthalten ist. In seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage im Abgeordnetenhaus ist dagegen von einem Antrag ans zuständige Bundesverkehrsministerium die Rede. Und der werde erst noch erarbeitet.

Enttäuschte Politiker. „Das bedeutet, wir können bis zum Sanktnimmerleinstag warten. Karow und Buch bleiben weiterhin nur über wenige beengte Zufahrtsstraßen wie Pankgrafenstraße und Wiltbergstraße erreichbar“, sagt Wolfram Kempe (Linke), Vorsitzender des Pankower Verkehrsausschusses. Der Vollanschluss ist Teil einer von der BVV bevorzugten Verkehrslösung für die Ortsteile. Dazu zählt auch die Einrichtung eines Regionalbahnhofes Buch, um die wachsenden Wohngebiete und den Campus Buch besser erreichbar zu machen. Wenn alles glatt läuft, gehört ab 2019 immerhin die holperige Fahrt über die A 114 der Vergangenheit an. Allerdings mit einer Ausnahme: Die Heinersdorfer Brücke ist nicht Bestandteil der Sanierung. Sie gehört zwar zu den am meisten beschädigten Bauwerken entlang der Strecke. An der Stahlkonstruktion stellte der Senat eine ermüdete Stahlkonstruktion und abgerissene Schweißnähte fest. Daher zählt er sie zu den gefährdetsten Brücken der Stadt. Allerdings ist sie Teil der für die nächsten Jahre geplanten Brückensanierungen. Damit will der Senat den enormen Sanierungsstau Schritt für Schritt abbauen. Anstelle einer Sanierung bevorzugt die zuständige Senatsverwaltung an vielen maroden Brücken einen Komplettneubau, so auch bei der Heinersdorfer Brücke. Wann genau der aber kommen wird, das steht noch nicht fest.
Alexander Wolff