Entspannen unter Kastanien

Berliner Woche:

Freiwillige Helfer gestalten die Grünfläche an der Tino-Schwierzina-Straße weiter um

Heinersdorf. Das Kastanienwäldchen gegenüber dem Wasserturm wird ein richtiger kleiner Park für die Heinersdorfer. Zu verdanken ist dies engagierten Heinersdorfern. Unter Federführung der Zukunftswerkstatt Heinersdorf (ZWH) gestalten sie die Grünfläche um.

Vor wenigen Tagen kamen erneut 25 Helfer, darunter Bewohner aus der Flüchtlingsunterkunft an der Treskowstraße, zu einem Arbeitseinsatz zusammen. „Im vergangenen Herbst ebneten wir bereits das Gelände etwas ein“, so Daniel Becker von der ZHW. „Außerdem konnten wir zwei Bänke und einen Papierkorb aufstellen, die uns das Bezirksamt zur Verfügung stellte. Weiterhin beauftragten wir eine Firma, eine Boule-Fläche anzulegen. Die hat sogar offizielle Turniermaße.“ Beim jüngsten Arbeitseinsatz wurde die Fläche nun noch weiter geebnet worden. Die Helfer pflanzten zehn Büsche und säten Rasen. Weiterhin bauten sie zwei Tischtennisplatten auf. Geplant ist noch ein Großschachspiel.

Dass der Park nach und nach umgestaltet werden kann, ist unter anderem einer Förderung der Lotterie PS-Sparen der Berliner Sparkasse zu verdanken. Diese stellte 10 000 Euro für die Umsetzung der ersten Vorhaben zur Verfügung. „Außerdem konnten wir 2000 Euro verwenden, die als Einnahmen beim Dorffest im vergangenen Jahr zusammenkamen“, so Becker.

Noch vor einem Jahr sah das Kastanienwäldchen verwildert aus. Dem Bezirksamt fehlten Mittel und Mitarbeiter zur Pflege und Gestaltung. Bereits vor 1945 gab es eine Grünfläche. Als ringsum Kleingärten entstanden, blieb sie einfach frei. Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ der Magistrat das Gelände parzelliert und mit Gartenhäuschen bebauen. Es herrschte im ausgebombten Berlin Wohnraummangel. Das Bezirksamt ging vor einigen Jahren aber dazu über, frei werdende Gartengrundstücke nicht mehr zu verpachten.

Unmittelbar an der Tino-Schwierzina-Straße sind bereits sechs Parzellen beräumt. Im hinteren Bereich der Fläche sind indes noch etwa zehn in Benutzung. So richtig gestalten wird das Bezirksamt die Fläche aber erst, wenn das komplette Areal beräumt ist. Allerdings verwilderten die verlassenen Gärten inzwischen. Auch Sperrmüll wurde dort immer wieder illegal entsorgt.

Deshalb begannen Anwohner, dort aufzuräumen und Wildwuchs zu entfernen. Unter dem Dach der ZWH wurde inzwischen in Abstimmung mit dem Straßen- und Grünflächenamt ein Konzept für die Nutzung der freien Fläche entwickelt. Das setzen die Anwohner nun Stück für Stück in Eigeninitiative um. „Wir planen mindestens zwei Arbeitseinsätze in jedem Jahr“, sagt Daniel Becker. „Die Fläche ist eine öffentliche Grünfläche. Sie steht jedem zur Nutzung zur Verfügung, und wir hoffen, dass die Heinersdorfer den kleinen Park auch annehmen.“ BW

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