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Das war die Buchvorstellung im Schloss Schönhausen

Am 6. Mai 2015 haben wir unser Buch "Berlin-Heinersdorf – Eine Spurensuche" in Pankow vorgestellt. Das Interesse an Heinersdorfer Geschichte "jenseits der Autobahn" hat uns sehr überrascht und gefreut.

In einem launigen Gespräch mit Robert Rauh, dem Moderator der Schönhausener Schlossgespräche, plauderten Daniel Becker und Sandra Caspers über Heinersdorf. Die dramatischen Zeiten der 1920er Jahre und die gescheiterte Trabantensiedlung der DDR-Jahre standen dabei im Mittelpunkt. Mit einer Betrachtung von Vorher-Nachher-Bildern auf einer Großleinwand konnte das interessierte Publikum erleben, wie sich Heinersdorf in den letzten 100 Jahren verändert hat. Auf die Frage nach der Zukunft Heinersdorfs berichtete Daniel Becker über die Ankündigung des Bezirksamtes, im Jahr 2015 mit der Entwicklung eines integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (INSEK) zu beginnen, an dem Politik, Wirtschaft und Bürger gleichermaßen beteiligt werden sollen. Sandra Caspers ergänzte, dass die Zukunftswerkstatt in der Vergangenheit in zahlreichen ehrenamtlichen Arbeitseinsätzen Spiel- und Sportplätze saniert und Bäume im öffentlichen Raum gepflanzt hat - ein sichtbares Zeichen für den Willen und die Kraft der Heinersdorfer Bürgerinnen und Bürger, ihren Ort zu gestalten. 

Das Buch betrachtet neben der Entstehung des Dorfes im Mittelalter vor allem das vorige Jahrhundert. Während die Weltmetropole Berlin wuchs und sich rasant entwickelte, steckte Heinersdorf fest. Vier Entwicklungskonzepte - vom vornehmen Gründerzeitvorort bis zur groß angelegten Plattenbausiedlung - wurden erarbeitet, doch nie umgesetzt. Dank Fördermitteln der Lottostiftung und weiterer Sponsoren ist es den Herausgebern gelungen, umfangreich zu recherchieren und viele neue Fakten über den wenig beschriebenen Ortsteil zusammenzustellen.

Im zweiten Teil des Abends berichteten Jutta Limbach und Werner Krätschell aus ihren Heinersdorfer Erinnerungen. Jutta Limbach war u.a. Präsidentin des Bundesverfassungsgerichtes und Berliner Justizsenatorin. Sie hat ihre frühe Kindheit in Heinersdorf verbracht. Ihr Vater, Erich Ryneck, war der einzige Bürgermeister, den Heinersdorf je hatte. Werner Krätschell ist der Enkelsohn des Heinersdorfer Pfarrers und Chronisten Johannes Krätschell. Er wuchs im Pfarrhaus auf, wo auch sein Vater als Evangelischer Pfarrer wirkte. Zwar waren sich die beiden fast gleichaltrigen Heinersdorfer Persönlichkeiten persönlich nie begegnet. Doch erinnerten sie sich an diesem Abend beide daran, wie sie als Kinder während der letzten Kriegstage täglich mit dem Bus in die Stadt gebracht wurden, um im Bunker des Reichstages eine sicheren Zufluchtsort für die Nacht zu finden. Der Bunker war in Schlafräume für Jungen und Mädchen aufgeteilt, die täglich aus verschiedenen Gebieten Berlins anreisten. Auch an die Evangelische Kindertagesstätte, die heute noch existiert, hatten beide lebhafte Erinnerungen.

Das Schlusswort hatte Jutta Limbach. Auf die Frage, was sie sich für Heinersdorf wünschte, antwortete sie: "Heinersdorf sollte doch als Gartenstadt erhalten bleiben!"


Ankündigung

Nachdem wir im ausklingenden Jahr 2014 unser Kiezbuch "Berlin-Heinersdorf – Eine Spurensuche" veröffentlicht haben, folgt nun eine Buchvorstellung im Festsaal des Schlosses Schönhausen.

In der Veranstaltungsreihe „Schönhausener Schlossgespräche" werden Daniel Becker und Sandra Caspers gemeinsam mit Jutta Limbach und Werner Krätschell über ihren Kiez und über das Wachsen und Werden der Geschichtswerkstatt und der Buchveröffentlichung sprechen:

Mittwoch, 6.5.2015, 19 Uhr, Schloss Schönhausen, Tschaikowskistraße 1, 13165 Berlin-Pankow

Tickets können im Nachbarschaftshaus gekauft werden oder bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten:
telefonisch Di.–So., 10–17 Uhr: (030) 40 39 49 26 25
per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Weitere Informationen: www.schönhausener-schlossgespräche.de

Das Buch ist in der Alten Apotheke gegen eine Spende von 28 Euro verfügbar.

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