Weniger Lärm und Dreck aus dem Gewerbegebiet!

Das Gewerbegebiet liegt inmitten eines Wohn- und Kleinsiedlungsgebietes im Stadtbezirk Pankow-Heinersdorf. Das Gelände, eine ehemalige Fläche des Tiefbaukombinates, ist auf der westlichen Grundstücksfläche teilweise mit Gewerbe belegt. Ein Großteil der Flächen ist ungenutzt und wird für weiteres Gewerbe vorgehalten. Die derzeitige Zufahrt zum gesamten Gewerbegrundstück erfolgt gegenüber der Mimestraße. (Quelle: Schalltechnisches Gutachten zum B-Planentwurf)

Das Industriegelände wird von einem Insolvenzverwalter verwaltet. Derzeit befinden sich dort ca. 30 Unternehmen. Ein Unternehmen, die Fa. Otto-Rüdiger Schulze Baustoffrecycling, unterliegt den Verordnungen des Bundesemissionsschutzgesetzes und wird von der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz kontrolliert. Zwei weitere Firmen betreiben Entsorgungsunternehmen, außerdem sind Containerfirmen, Autoreparatur- und Lackierwerkstätten und weiteres Kleingewerbe ansässig.

Im östlichen Bereich befindet sich schützenswerter Naturraum. Das weitläufige Terrain dient vor allem im Frühjahr als natürliche Regenversickerungsfläche. Alte Entwässerungskanäle werden derzeit wieder hergestellt und mit den bereits sanierten Abschnitten in Heinersdorf und Blankenburg verbunden. Auf diese Weise kann das System seine Funktionsfähigkeit als Vorfluter und Regenwasserspeicher wieder erfüllen.

 Der im Norden angrenzende Bereich wird landwirtschaftlich genutzt.

Schon seit vielen Jahren versuchen Anwohner, sich gegen die Lärm-, Staub- und Geruchsbelästigung sowie Gefahren durch herabfallenden Bauschutt auf angrenzende Straßen und Wege zu wehren. Bereits im Jahr 1994 beschloss das Bezirksamt Berlin-Pankow, einen Bebauungsplan für das Gelände zu erstellen. Weil es diesen Plan bis heute nicht gibt, hat sich Gewerbe, insbesondere Entsorgungsunternehmen, planlos angesiedelt. Wir meinen, dass solches Gewerbe nicht in ein Wohngebiet passt.

In seiner letzten Sitzung am 19.02.09 hat sich der Ausschuss für Umwelt und Natur des Bezirksamtes Berlin-Pankow erneut mit dem Gewerbegebiet an der Blankenburger Straße befasst. Gewerbetreibende (u.a. vom Recyclinghof Otto-Rüdiger-Schulze), betroffene Anwohner und Vertreter der Zukunftswerkstatt Heinersdorf waren vor Ort. Vonseiten der Gewerbevertreter wurde Verständnis über den Unmut der Anwohner geäußert.

Der Vertreter von Fa. Otto-Rüdiger Schulze sagte zu, dafür zu sorgen, dass LKW-Fahrer vernünftiger fahren und dass Lärm und Dreck aus der Halle durch geschlossene Fenster zurückgehalten werden soll. Er berichtete auch, dass im Ergebnis des letzten Treffens im Sommer 2007 "personelle Konsequenzen" aufgrund von nachweislich unsachgemäßer Arbeitsweise gezogen worden seien.

Das Bezirksamt sagte zu, erneut den Kontakt zum Insolvenzverwalter zu suchen, um den Schwerlastverkehr über eine geänderte Zufahrtsregelung vernünftig zu verteilen.

Während der Ausschusssitzung wurde bekannt, dass ein weiterer großer Geländeteil an eine Gerüstbaufirma verkauft wird, die hier ihren Firmenhauptsitz aufbauen will. Eine Genehmigung dafür wurde vom Bezirksamt bereits erteilt.

Abschließend wurde mehrstimmig für die von der Linksfraktion eingereichte Beschlussempfehlung abgestimmt:

Betreff: Maßnahmen gegen Recyclinghof  
Die BVV möge beschließen: Das Bezirksamt wird ersucht, geeignete Maßnahmen gegen die unzumutbaren Umweltbeeinträchtigungen durch Lärm-, Staub- und Geruchsemission für die umliegenden Wohngebiete, die vom Recyclinghof in der Blankenburger Straße gegenüber der Mimestraße im Ortsteil Heinersdorf ausgehen, zu ergreifen.

In ihrer 22. ordentlichen Tagung am 4.3.2009 hat die Bezirksverordnetenversammlung Pankow diese Empfehlung ohne Änderungen beschlossen.

Wie geht es weiter? Aufgrund der Beschlussempfehlung ist das Bezirksamt aufgerufen, aktiv zu werden und nach Ablauf von drei Monaten schriftlich zu berichten, was es unternommen hat. Die Problematik wird Thema unseres nächsten Politikstammtisches Lärm- und Umweltschutz in Wohngebieten werden.